ii Hauptergebnisse Corona-Krise: Gesundheit versus Wirtschaft Der politische Diskurs hat sich im Verlauf der Pandemie gewandelt. Während zu Beginn noch der politische Konsens herrschte, dass die Gesundheit der Bevölkerung als Primat für die Politik zu gelten habe, wurde die Debatte von einigen AkteurInnen im Verlauf der Pandemie hin zu einer Diskussion eines (empirisch unbelegten) Tradeoffs zwischen t In diesem Zusammenhang wurde im Rahmen der vorliegenden Studie erhoben, ob sich die Bevölkerung drei Monate nach Beginn der Pandemie größere Sorgen um die gesundheitlichen Risiken oder um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise machte. Die Ergebnisse zeigen, dass die Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen dominant waren: Die Mehrheit (rund 55%) sorgte sich stärker um die Wirtschaft als um die Gesundheit, während rund 30% weiterhin die Gesundheit als Priorität sahen (Kapitel 3.1). Gruppen, die sich größere Sorgen um die Gesundheit machten, waren Frauen und ältere Personen. Sorge um die Wirtschaft hatten verstärkt Personen im Alter von unter 60 Jahren. Gesundheit: Infektionsrisiko bei der Arbeit Während es für andere Länder Europas Studien gibt die dokumentieren, dass sich das Risiko einer Infektion mit dem SARS-CoV-2 Virus sowie auch die COVID-19 Mortalität nach Bevölkerungs- und Berufsgruppen unterscheiden, stehen in Österreich für die Forschung keine behördlichen Daten zur Verfügung, die eine dahingehende Analyse erlauben würden. Die vorliegende Studie basiert daher auf dem alternativen Design einer Befragung. Eine Stichprobe erwerbstätiger Personen wurde gefragt, wie viel direkten Kontakt sie in ihrem beruflichen Alltag zu anderen Menschen haben; wie gut sie sich an ihrem Arbeitsplatz vor einer Ansteckung geschützt fühlen; und wie hoch sie ihr persönliches Risiko für eine Infektion mit dem Corona-Virus im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit einschätzen. Die Studienergebnisse (Kapitel 3.2) zeigen, dass das Ausmaß der beruflichen Kontakte zu anderen Menschen deutlich abgenommen hat. Der Rückgang in der Kontaktintensität war jedoch sozial ungleich verteilt (zuungunsten von Personen mit niedrigen Bildungsabschlüssen und ArbeiterInnen). Die Mehrheit der Befragten fühlte sich in ihrem Arbeitsalltag durch Schutzvorkehrungen wie Mund-Nasen-Schutz, Hygienemaßnahmen, Abstandsregeln, Plexiglasabschirmungen oder Ähnlichem vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus gut geschützt. In einigen Branchen bzw. Berufsgruppen war das jedoch deutlich weniger der Fall (bspw. im Bereich der gering qualifizierten Tätigkeiten sowie bei den Beschäftigten im Bereich Erziehung/Unterricht). Vor allem die Intensität der