IHS Steiber I Die COVID-19 Gesundheits- und Arbeitsmarktkrise & ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung 4 3 Risikoperzeption 3.1 Gesundheit versus Wirtschaft Nach der ersten Phase der Corona-Pandemie, in der es in Österreich relativ rasch gelang, die Infektionszahlen durch einen Lock-Down zu minimieren, und in der weitgehender Konsens herrschte, dass die Gesundheit der Menschen oberste Priorität wurden bald jene Stimmen stärker, die mit Verweis auf die massiven wirtschaftlichen Folgen der politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie argumentierten, dass langsam wieder das ökonomische und nicht mehr das körperliche Wohlbefinden der Bevölkerung im Vordergrund stehen müsse. Während zu Beginn der Pandemie in Österreich noch relative Einigkeit zwischen den Parteien herrschte, gab es in dieser Hinsicht zunehmend politischen Dissens. Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde im Frühsommer 2020 eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung gefragt, ob sie sich in zweiten Phase der Krise, in größere Sorgen um die gesundheitlichen Risiken oder die wirtschaftlichen Folgen der Krise machten. Dabei ergab sich ein klares Bild: die Mehrheit (55%) sorgte sich zu diesem Zeitpunkt stärker um die Wirtschaft als um die Gesundheit, während rund 30% weiterhin die Gesundheit als Priorität sahen (Abbildung 3). Abbildung 3: Priorität von Gesundheit vs. Wirtschaft