D I U 1 * 1 " * _ Wien, 1., Ebendorferstr. > Seile 2: Näheres über das Gewerkschailslreffen r ZENTRALORGAN DES ÖSTERREICHISCHEN GEWERKSCHAFTSRUNDES 30. MÄRZ 1953 /NR. 187 PREIS 25 GROSCHEN Stärker geworden! Der Mitgliederstand des OGB Von Generalsekretär Nationalrat Anton P r o k s c h Der österreichische Gewerkschaftsbund hat auch im vergangenen wachs, nämlich 10.724 Mitglieder Jahr trotz der Rückschläge im Wirtschaftsleben wieder die Zahl seiner beziehungsweise 5,2 Prozent hat Mitglieder erhöht — er ist stärker geworden! Am 31. Dezember 1952 J“ ^ J x'r"t'n betrug der Mitgliederstand 1,318.327. Gegenüber dem Stand von Ende 1951 ergibt sich damit ein Zuwachs von 8127 Mitgliedern beziehungsweise 0,6 Prozent. Daß der Gewerkschaftsbund trotz der gewaltigen Mitgliederzunahme in den vergangenen Jahren noch Vmmer wächst, ist ein Beweis dafür, daß sich die gewerkschaftliche Idee immer mehr durchsetzt, eine Tatsache, die sich keineswegs auf Österreich beschränkt, sondern in der ganzen freien Welt festgestellt werden kann. r Im Sommer 1945 zählte der Ge¬ werkschaftsbund 128.770 Mitglie¬ der, heute sind es fast um 1,2 Mil¬ lionen mehr als damals. Der wirt- schartliche und soziale Aufstieg aus dem Chaos der ersten Nach¬ kriegsjahre findet also einen deut¬ lich sichtbaren Niederschlag in den alljährlich ansteigenden Mit¬ gliederzahlen der Gewerkschafts¬ organisation unseres Landes. Der Gewerkschaftsbund ist auf Grund dieser Stärke ein wirtschaftlicher Faktor ersten Ranges, mit dem bei jeder wichtigen Entscheidung gerechnet werden , muß. Arbeiter, Angestellte und öffent¬ lich Bedienstete So wie im vergangenen Jahr beträgt auch jetzt der Anteil der Frauen etwas mehr als ein Viertel der Mitgliederzahl. Einer Zahl von 982.012 männlichen Ge¬ werkschaftsmitgliedern, das sind 74.5 Prozent, stehen 336.315 weib¬ liche Mitglieder gegenüber, also 25.5 Prozent. Es ist erfreulich, daß auch die Frauen in der heutigen Gewerk¬ schaftsbewegung stark vertre¬ ten sind und an der Tätigkeit der Gewerkschaften immer grö¬ ßeres Interesse zeigen, denn gerade die arbeitende Frau be¬ darf des Schutzes, den ihr nur eine starke Gewerkschaftsorga¬ nisation gewähren kann. Unter den sechzehn Gewerk¬ schaften, aus denen sich der österreichische Gewerkschafts¬ bund zusammensetzt und die be¬ kanntlich nach dem sogenannten Industriegruppenprinzip aufgebaut sind, befinden sich Gewerkschaf¬ ten für Arbeiter, für Angestellte und für öffentlich Bedienstete. Eine entsprechende Aufgliederung der Gesamtmitgliederzahl des ÖGB zeigt, daß 58,5 Prozent aller gewerkschaftlich Organisierten Arbeiter sind, 12,8 Prozent Angestellte und 28,7 Prozent öffentlich Bedienstete. Die Arbeitergewerkschaften, die im Jahre 1951 anteilsmäßig um 0,3 Prozent gestiegen waren, haben diese 0,3 Prozent zugun¬ sten der Angestellten eingebüßt. Die Gewerkschaften der öffent¬ lich Bediensteten haben einen Rückgang von 0,1 Prozent, die Gewerkschaften der Angestellten ein Ansteigen von 0,4 Prozent zu verzeichnen. Es zeigt sich also, daß auch die Angestellten den Wert der Ge¬ werkschaften immer deutlicher er¬ kennen. Die Gewerkschaft der An¬ gestellten in der Privatwirtschaft hat mit 6752 neuen Mitgliedern den zweitgrößten Mitgliederzu¬ wachs zu verzeichnen, nämlich 4,6 Prozent, während die Zunahme der Gesamtmitgliederzahl, wie be¬ reits angeführt, 0,6 Prozent be¬ trägt. Einen noch stärkeren Zu- . ? ; 8 dl die Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter erreicht. Große und kleine Gewerkschaften Die Größe der einzelnen Ge¬ werkschaften ist sehr verschieden, alle aber haben sie durch ihren Zusammenschluß im österreichi¬ schen Gewerkschaftsbund die gleiche geeinte Kraft hinter sich, nämlich die Kraft der 1,318.327 Mitglieder. Die Gewerkschaft der Metall- uud Bergarbeiter ist. weiterhin die stärkste Gewerkschaft. Sie steht mit 216.273 Mitgliedern oder 16,4 Prozent an der Spitze. Ihr folgt wie bisher die Gewerk¬ schaft der Bau- und Flolzarbeiter, und zwar mit 182.001 Mitgliedern oder 13,8 Prozent der Gesamtmit¬ gliederzahl. An dritter Stelle steht die Gewerkschaft der Angestellten in der Privatwirtschaft mit 153.726 Mitgliedern oder 11,7 Prozent. An vierter Stelle folgt die Ge¬ werkschaft der Eisenbahner mit. 119.386 (wie im Vorjahr 9,1 Pro¬ zent), an fünfter Stelle die Ge¬ werkschaft der öffentlich Bedien¬ steten mit 109.497 (8,3 Prozent), an sechster Stelle die Gewerkschaft der Gemeindebediensteten mit 108.525 Mitgliedern (8,2 Prozent). yji € M Ü Ä JL'Ji Vom Else befreit sind Strom und Bäche... Osterspaziergang in der Stadt Die Gewerkschaft der Textil-, Bekleidungs- .und Lederarbeiter steht mit 106.081 Mitgliedern (8,0 Prozent) an siebenter Stelle, gefolgt von der Gewerkschaft der Arbeiter in der Land- und Forst¬ wirtschaft mit 69.186 Mitgliedern (5,2 Prozent). Der Anteil der übri¬ gen Gewerkschaften an der Ge¬ samtmitgliederzahl des ÖGB be¬ trägt weniger als 5 Prozent. Den prozentual höchsten Anteil an Frauen verzeichnet so wie bisher die Gewerkschaft der Ar¬ beiter für persönliche Dienst¬ leistungen und der Vergnügungs¬ betriebe, nämlich 82,8 Prozent. Am niedrigsten ist der Anteil der Frauen in der Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter; er beträgt 4,8 Prozent. Die einzelnen Bundes ander Die meisten Bundesländer wei¬ sen Zunahmen auf.HJie prozentual größte Zunahme hat das Burgen¬ land mit 5,9 Prozent (1303 Mit¬ gliedern), die zahlenmäßig größte Zunahme Oberösterreich mit 3900 neuen Mitgliedern (2,1 Prozent). Wien hat einen Anteil von 38,2 Prozent der Gesamtmitglie¬ derzahl des ÖGB. An zweiter Stelle steht Niederöster¬ reich mit 16,3 Prozent, dann folgen Steiermark mit 14,4 Prozent und Oberösterreich mit 14,1 Prozent. In größerem Abstand folgen Kärnten mit einem Anteil von 5.1 Prozent, Salzburg mit 4.2 Prozent, Tirol mit 4,0 Prozent, Vorarlberg mit 1,9 Prozent und das Burgenland mit 1,8 Prozent. Der Anteil der Frauen ist in Wien (mit 33,1 Prozent) am höch¬ sten und in Kärnten (mit 16,2 Pro¬ zent) am niedrigsten. Gewerksthaltsjugend Besonders erfreulich ist die Zu¬ nahme der Zahl der gewerk¬ schaftlich organisierten Jugend¬ lichen. Die Jugend von heute ist ja die Trägerin der Gewerk» Schaftsbewegung von morgen. Die Gesamtzahl der im ÖGB organisierten Jugendlichen ist im Jahre 1952 von 45.571 auf 48.768 gestiegen, also um 3197 beziehungsweise um 7,0 Prozent. Die Gewerkschaft der Bau- und Holzarbeiter verzeichnet 29,1 Pro¬ zent der Gesamtzahl der gewerk¬ schaftlich organisierten Jugend¬ lichen, an zweiter Stelle finden wir die Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter mit 25,3 Prozent, an dritter Stelle befindet sich die Gewerkschaft der Textil-, Beklei¬ dungs- und Lederarbeiter mit