Jahrgänge der Zwischenkriegszeit im Arbeitsleben stehen, tine Besserung im Aufbau dieser ungünstigen Alters¬ pyramide wird erst ab etwa 1980 eintreten und damit wird automatisch eine gewisse Entlastung des Pensions¬ aufwandes erfolgen. Der Fehler, der zur heutigen ungünstigen Situation geführt hat, liegt in der vollkommen passiven Bevölke¬ rungspolitik im ersten Drittel dieses Jahrhunderts. Para¬ doxerweise besteht nämlich die beste bevölkerungs¬ politische Maßnahme zur Bekämpfung der Überalterung in einer Steigerung der Geburtenzahl. Als erstes west¬ europäisches Land hat dies Frankreich erkannt, wo ja auch infolge der niedrigen Geburtenquote die Über¬ alterung stärker war als in anderen Ländern. Hohe Kinder- und Familienbeihilfen haben seit 1944 die Geburtenzahlen in diesem Land, dem seine Nachbarn „Volkstod" und „Vernegerung" prophezeiht hatten, hinaufschnellen und zeitweilig den mitteleuropäischen Durchschnitt weit über¬ schreiten lassen. Jetzt können die französischen Bevölke¬ rungspolitiker darauf hinweisen, daß die starke Über¬ alterung bis spätestens 1980 (unveränderte Gesundheits¬ verhältnisse vorausgesetzt) ausgeglichen sein wird, und sie gehen nun daran, die bisherigen Maßnahmen durch eine aktive Alterspolitik zu ergänzen, deren Grundlagen in einem sehr umfassenden Bericht einer ministeriellen Untersuchungskommission herausgearbeitet wurden. Vor¬ gesehen sind — und diese Empfehlungen könnten selbst¬ verständlich auch für unsere Situation gelten: a) Vorbeugung der Alterskrankheiten durch Gesundheits¬ überwachung und durch Belehrung, die sich sowohl auf die Ärzte wie auf die Patienten zu erstrecken hätte; b) medizinische und fürsorgerische Maßnahmen, ein¬ schließlich Heimhilfe; c) Spezialambulatorien und Tagesspitäler; d) geriatrische Kliniken und Abteilung für Betreuung der Kranken sowie für Ausbildung geeigneten Personals und für Forschung; e) Rehabilitationsmaßnahmen in viel weiterem Umfang als bisher. Rentenproblem und Frühinvalidität Hier begeben wir uns auf ein besonders heißumstrit¬ tenes Gebiet: was für den einen Sozialleistungen sind, sind für den anderen Soziallasten. Über die Frage, wo hier die Grenzziehung zu erfolgen hat, wird heftig debattiert und man hört die eigenartigsten Ansichten so¬ wohl über die Festsetzung des normalen Rentenalters als auch über die Frühinvalidität, über die Tatsache also, daß eine größere Anzahl von Menschen schon mehr oder weniger lange vor Erreichung der im Gesetz vorgesehenen Altersgrenze aus dem Arbeitsprozeß ausscheiden. Ein bekannter deutscher Sozialmediziner und Medi¬ zinalstatistiker hat vor einiger Zeit in einem Radiovor¬ trag gemeint, die Frühinvalidität sei im wesentlichen eine Frage der Arbeitslust (wenn jemand also nicht mehr arbeitsbereit sei, so strebe er eine Rente an), und die Arbeitslust, die nicht nur von äußeren Umständen beein¬ flußt werde, sondern selbstverständlich auch von ererbten .<5 G\ 7.V L i wfj 3 m 4 m