& Frauenarbeit — Frauenrecht durfte2. Außer Österreich enthielten sich auch Chile, Frankreich, Ghana, Liberia, die Dominikanische Republik und Mexiko der Stimme bei diesem An¬ trag Amerikas. • Den Mitgliederstaaten wird nahe¬ gelegt, die Bildungsmöglichkeiten für Frauen auszubauen. ® Zu dem Punkt „Wirtschaftliche Rechte der Frauen" wurden Berichte von Spezialkommissionen diskutiert, wobei die österreichische Delegation mehrfach Stellung nehmen und von Erfahrungen in ihrem Lande berichten konnte. • Die weltumfassende Menschenrechts¬ konferenz im Jahre 1968 soll weitere Frauenrechtsfragen behandeln, und es soll für diese Konferenz ein langfristi¬ ges UNO-Programm für die Weiter¬ bildung der Frauen in Angriff genom¬ men werden. Frau Hanzlik berichtete ferner, daß an dieser Tagung sieben europäische, vier afrikanische, fünf asiatische und fünf amerikanische Landesvertreterin¬ nen teilgenommen haben. Die Konfe¬ renz wurde von der Schwester des iranischen Herrschers, Ashraf Pahlevi, eröffnet. Vorsitzende war die Richterin Helena Benitez von den Philippinen, die erste Vizepräsidentin war Helvi ' Angeblieh besteht ein Regierungs¬ beschluß, der unserer Delegation diese Hal¬ tung aufzwang, wir werden uns bemühen, Näheres darüber zu erfahren. Die Redaktion. Sipilä, eine versierte Advokatin aus Helsinki, die zweite die Ghanesin Jaeggi, Juristin und Richterin. Groß sind die Probleme, die die Frauenrechtskommission zu bewältigen hat, aber das größte ist doch die man¬ gelnde Bildung der Frauen. Ist doch gerade unter den Frauen die Zahl der Analphabeten besonders groß. Aber selbst in den entwickelten Ländern gilt es noch viel Bildungsarbeit zu lei¬ sten. Denn viele, die zwar die Kunst des Lesens erlernt haben, benützen sie in diesen Ländern kaum oder nur zur Lektüre seichter, fragwürdiger Illustrierter. Wir haben wenig Ur¬ sache, uns über jene Länder zu erhe¬ ben, deren Frauen noch darum kämp¬ fen, wenigstens Lesen und Schreiben zu lernen. Solidarität der Arbeiter — Solidarität der Völker Neben den Landesvertreterinnen nah¬ men an den Tagungen der Frauenrechts¬ kommission der UNO auch Ver¬ treterinnen großer internationaler Organisationen teil. Der Internationale Bund freier Gewerkschaften (IBFG) war durch Marcelle Dehareng, die Sekretärin des Ausschusses für Fragen der berufstätigen Frau beim IBFG, vertreten. Sie legte auf der heurigen Tagung eine Erklärung des IBFG zum langfristigen UNO-Programm für die Förderung der Frau vor, in der es unter anderem heißt: Der IBFG, der für 60 Millionen Ar¬ beiter spricht, hat im Juli 1965 ein langfristiges Programm für berufs¬ tätige Frauen beschlossen, in dessen Einleitung betont wird, daß es selbst in den wirtschaftlich entwickelten Ländern noch immer eine Benachteili¬ gung der Frau gibt. Nicht nur eine weitgehende Verbes¬ serung der allgemeinen Berufsausbil¬ dung und des Arbeitsrechtes für die Frauen wird in diesem Programm ge¬ fordert, sondern auch die Besetzung gewerkschaftlicher Posten mit mehr Frauen. In allen diesen Fragen strebe der IBFG die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und dem Interna¬ tionalen Arbeitsamt an. Der IBFG würde es begrüßen, wenn bei techni¬ schen und erzieherischen Hilfsprogram¬ men in unterentwickelten Ländern mehr weibliche Fachkräfte eingesetzt würden, insbesondere auch solche mit gewerkschaftlicher Erfahrung. Im Hin¬ blick auf die Geldmittel, die ein sol¬ cher Einsatz notwendig macht, heißt es zum Schluß wörtlich: „Die Solidarität der Arbeitnehmer ist stets wach. Die¬ ser Geist der Solidarität sollte auch unter den Völkern wirken." Wenn das Abrüstungsproblem eines Tages ge¬ löst sein sollte, so hofft man, werde dann auch genügend Geld für die För¬ derung der Frau zur Verfügung stehen Bildung Kultur Stipendien für unsere Kinder „Das wäre ja recht schön, wenn wir unser Kind studieren lassen könnten — aber wer soll das bezahlen?" Diese Frage werden sich schon zahllose Eltern be¬ gabter Söhne oder Töchter gestellt haben. Gewiß sind die finanziellen Opfer, die der Besuch von Höheren Schulen und vor allem Hochschulen mit sich bringt, nicht zu unterschätzen, an¬ dererseits gibt es doch für Arbeitneh¬ mer heute schon eine ganze Anzahl von Möglichkeiten, zu Stipendien für ihre Kinder zu kommen, so daß es doch nicht mehr so ganz aussichtslos erscheint, be¬ gabten jungen Menschen aus diesen Kreisen den Weg zu höherer Bildung und damit zu einer einflußreichen Posi¬ tion in Wirtschaft oder Verwaltung zu ebnen. Das wäre nicht nur für die Be¬ troffenen von Vorteil, sondern würde auch helfen, das traditionell konserva¬ tive Klima in den oberen Schichten un¬ seres Landes aufzulockern. Wir veröffentlichen darum hier eine Ubersicht, die der Leiter der Bildungs¬ abteilung der Arbeiterkammer Wien, Dr. Hans Fellinger, zusammengestellt hat: Stipendien für Mittelschüler, Fachschüler und ähnliche Für Schüler der „Allgemeinbildenden höheren Schulen" (Gymnasien und Real¬ gymnasien), jedoch nur für die Ober¬ stufe (5. bis 9. Klasse), und für Schüler der Fachschulen (gewerblich-technischer Art: ein- bis vierjährig, Handelsschulen: dreijährig) sowie der „Berufsbildenden höheren Schulen" (früher Bundes¬ gewerbeschulen: fünfjährig, Lehranstal¬ ten für wirtschaftliche Frauenberufe: fünfjährig, Handelsakademie: fünfjäh¬ rig), des weiteren für Schüler der „Bil¬ dungsanstalten für Kindergärtnerinnen, Erzieher und Arbeitslehrerinnen" (zwei- bis vierjährig), können die folgenden Stipendien (Studienbeihilfen) ange¬ sprochen werden: 1. Stipendien von den Arbeiterkammern Für die Wiener Arbeiterkammer gilt als Voraussetzung: a) soziale Bedürftigkeit Jahreseinkommen einer dreiköpfigen Familie bis 40.000 S (netto) bis 48.000 S (netto) bis 72.000 S (netto) Stipendium im Studienjahr 6000 S 3000 S 1500 S 40