die ja durch hohe Profitraten angezogen werden — ihre Dividenden und Zinsen erhalten. Analoges gilt bei klei¬ nem Umsatz. Wir finden also zwangsläufig eher bei den Kleineren die höchsten Profitraten, weil sie nur mit deren Hilfe in die größten 500 hineinwachsen und sich dort halten konnten. Schnell wachsen oder sterben Wir wenden uns nun der Notwendigkeit des Wachsens zu. Den ersten Hinweis erhalten wir, wenn wir jenen Umsatz, von dem an die 500 beginnen, für die Jahre 1955 und 1965 vergleichen. Im Jahre 1955 genügten schon 55,5 Millionen Umsatz, um zu den größten 500 zu gehören. Zehn Jahre später hatte sich dieses Minimum fast ver¬ doppelt, und erst ein Umsatz von 109,5 Millionen garan¬ tierte die Zugehörigkeit zu den größten 500. Selbst wenn wir in Betracht ziehen, daß in diesem Jahrzehnt das Preisniveau um 11,3 Prozent stieg, bleibt immer noch eine reale Erhöhung der „Untergrenze" im Ausmaß von 77 Prozent. Man muß sehr rasch wachsen, um unter den größten 500 im Rennen zu bleiben! Wer nicht rasch genug wächst, der stirbt oder — um bei unseren Daten zu bleiben — der ver¬ schwindet aus den Reihen der größten 500. Von 1964 auf 1965 verschwanden - 26 Unternehmen aus der Fünfhundert¬ ste. In neun Fällen handelte es sich um Verschmelzung mit einem anderen Unternehmen. Die restlichen 17 sind tatsächlich zu lang¬ sam gewachsen. Ist ein Unternehmen etwas größer, kann es sogar einen Rückgang des Umsatzes absorbieren, ohne gleich zu „verschwinden". Ein typisches Beispiel in dieser Hinsicht ist die Firma Studebaker, die von 1964 auf 1965 den größten Umsatzrückgang von allen 500 erlitt — nämlich über 26 Prozent — und von Rang 233 auf Rang 325 zurückfiel. Von den 26 Neuen, die an die Stelle der 26 Verschwun¬ denen treten, gehörten neun schon früher den größten 500 an, sind also gewissermaßen „Heimkehrer", die nur vorübergehend verschwanden. Von den restlichen 17 wur¬ den drei früher nicht als Industrieunternehmen gewertet und waren nur aus diesem Grund nicht unter den 500 — ihr Umsatz wäre groß genug gewesen (die drei erreichten auf Anhieb die Ränge 56, 323 und 341). Scheiden wir diese drei Ausnahmefälle aus, weil sie nicht in die oberste Gruppe hineingewachsen sind, dann zeigt sich, daß die neun Heimkehrer und 14 echten Neuen im Rang nach dem Umsatz nur sehr mäßig abschneiden, denn 22 Unter¬ nehmen konnten nur ins unterste Fünftel hineinwachsen. Auch diese Tatsache zeigt deutlich, welch rapides Wachs¬ tum erforderlich ist, um auf dem Markt bestehen zu können. Schließlich soll noch eine dritte Datenzusammenstellung das Ausmaß des erforderlichen Wachstums illustrieren. Wir gehen dabei von einem längerfristigen Zeitraum aus, nämlich vom Jahrzehnt 1955 bis 1965. In Tabelle 3 sind ja die zehn Unternehmen angegeben, die in diesem Zeitraum den größten Zuwachs beim Umsatz zu verzeichnen hatten, samt ihrem Rang 1965. Die Zuwachsraten sind, wie man sieht, enorm hoch. Das beste Unternehmen konnte sei¬ nen Umsatz im Durchschnitt jedes Jahr verdoppeln, und noch das zehntbeste erreichte die Verdopplung innerhalb von drei Jahren. Aber selbst so ungewöhnlich rapide Expansionen konnten keinen Niederschlag in entspre¬ chend hohen Rängen finden. Die Hälfte der Unternehmen landete im vorletzten Fünftel (eines sogar nur im letzten), ein einziges Unternehmen konnte mit Rang 72 ins oberste Fünftel vorstoßen. USA-Unternehmen mit den höchsten jährlichen Zuwachsraten beim Umsatz, 1955—1965 Durchschn. jährlicher Zuwachs Unternehmen des Umsatzes in Prozent Ling-Temco-Vought 107 Litton Industries 59 Walter (Jim) 58 Gulf & Western Industries 50 Cons. Electronics Industries 37 Rheingold 35 Ampex 34 Xerox 34 Lear Siegler 34 Murphy Oil 33 Tabelle 3 Rang 1965 204 72 374 341 265 472 385 171 327 354 Auch bei Betrachtung eines längeren Zeitraumes zeigt sich übrigens, daß Unternehmen starke Umsatzrückschläge nicht mit dem Verschwinden aus den oberen 500 bezahlen müssen, wenn sie nur am Anfang, als der Verfall begann, groß genug waren. Der Umsatz von Studebaker beispiels¬ weise sank im Jahrzehnt 1955 bis 1965 jährlich um durch¬ schnittlich 8,7 Prozent, und das Unternehmen purzelte von Rang 75 auf Rang 325, blieb aber noch im Rennen. Die USA und der restliche Westen Wir wollen nun dazu übergehen, die Großen der USA mit den Großen der restlichen westlichen Welt zu ver¬ gleichen. Die Grundlage ist die eingangs schon erwähnte Zusammenstellung der 200 größten Unternehmen außer¬ halb der USA (und außerhalb des Ostblocks). In Tabelle 4 sind die zehn Unternehmen mit dem größten Gewinn angegeben (wieder nach Abzug der Steuern). An der Tabelle 4 Westliche Spitzenunternehmen nach der Höhe des Gewinnes 1965 Gewinn (Millionen Unternehmen und Land Dollar) Royal Dutch Shell (Holland, Großbritannien) 628 British Petroleum (Großbritannien) 226 Imperial Chemical Industries (Großbritannien) 208 Unilever (Holland, Großbritannien) 178 Intern. Nickel (Kanada) 144 British-American Tobacco (Großbritannien) 118 Philips Gloeilampenfabrieken (Holland) 110 De Beers Consolidated Mines (Südafrika) 102 Volkswagenwerk (BRD) 94 Petroleo Brasileiro (Brasilien) 87 15