Spitze thront in einsamer Höhe Royal Dutch Shell, das einzige Unter¬ nehmen, das — wie ein Vergleich mit Tabelle 1 zeigt — noch mit den größten zehn der USA Schritt zu halten vermag. Die nächsten zwei haben nur noch etwa ein Drittel des Gewinnes des Spitzenreiters aufzuweisen. Das „Gewinngefälle" ist sehr ähnlich jenem der USA, wo der Gewinn von General Motors' 2,1 Milliarden abwärts rasch auf ein Drittel sinkt und das zehnte Unternehmen etwa ein Siebentel davon als Gewinn aus¬ weist, genauso wie im übrigen Westen. Aber das Gefälle beginnt auf einem wesentlich tieferen Niveau und setzt sich offenbar nicht weiter in diesem Ausmaß fort, denn die größten zehn vereinigen mit 1,9 Milliarden nur über ein Drittel des Gesamtgewinnes von 5,1 Milliarden aller 200 Großen auf sich, während in den USA die größten zehn ein Drittel des Gesamtgewinnes der 500 Großen auf sich vereinigen. Ein analoges Ergebnis erhalten wir bei Bewertung der anderen Größenkriterien. Vom Gesamtumsatz aller 200 in der Höhe von 131 Milliarden entfallen nur 29 Milliarden oder etwas über ein Fünftel auf die größten zehn, in den USA war es ein Viertel des Gesamtumsatzes der 500. Beim Umsatz tritt also das Gefälle in den USA weit stärker in Erscheinung. Aber beim Vermögen wirkt das Gefälle unter den ersten zehn ausgeprägter als in den USA, wo das zehnte Unternehmen immerhin Aktiva in der Höhe von fast einem Drittel des Größten aufweist gegenüber einem Sechstel im restlichen Westen. Allerdings darf nicht über¬ sehen werden, daß hier Royal Dutch Shell noch weit ausgeprägter als beim Gewinn in einsamer Höhe thront. Lassen wir diesen extremen Spitzenreiter weg, dann sind sich die Gefälle sehr ähnlich, und dies besonders dann, wenn wir bei den USA die beiden Spitzenreiter weglassen. Diese Ähnlichkeit hält jedoch nicht weiter an, denn vom Gesamtvermögen der 200 in der Höhe von 143 Milliarden entfallenden 38 Milliarden oder über ein Viertel auf die zehn Größten. In den USA dagegen erreichen die zehn Größten dieses Viertels unter den großen 500. Gleichgültig, ob wir also Gewinn, Umsatz oder Aktiva betrachten, stets ist die größenmäßige Verteilung in den USA viel ungleichmäßiger als im restlichen Westen. Die Härte des Konkurrenzkampfes in den USA hat zu einer wesentlich stärkeren größenmäßigen Differenzierung der Unternehmen, zu einem wesentlich steileren „Größen¬ gefälle" geführt. Die Großen werden immer größer 1HM Radovan Richta und Bedrkh Lcvcik, Prag Kann die Zukunft geplant werden? Entwicklungstendenzen der wissenschaftlich-technischen Revolution Das Außeninstitut der Technischen Hochschule Wien und die Arbeiterkammer Wien veranstalteten am 15. April dieses Jahres gemeinsam ein Symposium über dieses Thema, an dem auch eine Anzahl tschechoslowakischer Wissenschaftler teil¬ nahmen. Die Hauptreferate hielten Professor Bedfich Leviik von der Tschechoslowakischen Akademie der Wissenschaften in Prag und Professor Heinz Zemanek von der Technischen Hochschule Wien. Wir bringen — in gekürzter Form — das von Bedfich LevCik gehaltene (gemeinsam mit Professor Richta ausgearbeitete) Referat und werden in der Folge auch den Vortrag von Heinz Zemanek veröffentlichen. Die Redaktion 16 Seit 20 Jahren steht die Entwicklung unseres Landes unter dem Einfluß von zentral ausgearbeiteten Volkswirtschafts¬ plänen. Auch die Entwicklung der Wirtschaft der Sowjet¬ union ist untrennbar mit der Existenz der Wirtschafts¬ planung verbunden. Schon diese Tatsachen ließen darauf schließen, daß die gestellte Frage bereits durch die Praxis im positiven Sinn beantwortet worden ist. Auf der anderen Seite ist es bekannt, daß besonders seit dem Beginn der sechziger Jahre in der CSSR wichtige Planaufgaben nicht erfüllt worden sind und daß — was noch bedenklicher ist — auch dort, wo die Planaufgaben verwirklicht wurden, viele unserer Zielvorstellungen ausgeblieben sind. Dies zeigt, daß die bisherigen Zielvorstellungen und Pläne unge¬ nügend auf wissenschaftlicher Erkenntnis beruhten, aber noch mehr, wie schwierig es ist, eine wirklich wissen¬ schaftlich fundierte Methode der Planung zu erarbeiten, die es erlaubt, die Zukunft in ihrer Vielgestaltigkeit vor¬ auszusehen. Dabei hat sich unsere Wirtschaftsplanung bisher viel bescheidenere Ziele gestellt als diejenigen, die durch die Worte „Planung der Zukunft" ausgedrückt werden kön¬ nen. Unsere Pläne hatten einen relativ kurzen, höchstens fünfjährigen Zeithorizont. Unter Zukunftsplanung stellen wir uns jedoch nicht nur die künftige perspektive Ent¬ wicklung der Wirtschaft, sondern die langfristige Gestal¬ tung der gesamten Zivilisationsbasis vor. Um wieviel schwieriger und zugleich grandioser ist ein solcher Ver¬ such, vor dem der Mensch unwillkürlich zurückschreckt. Auj: den ersten Blick stehen wir vor einem Paradox: Die