gültigen Stimmen von allen Bundes¬ ländern. Was hat die Arbeiterkammer unternommen, um die Arbeiter und Angestellten mehr für ihre Interes¬ senvertretung zu interessieren? Herbert Suko: Wir haben einige Schwerpunkte gesetzt. Von der Ar¬ beiterkammer aus haben wir alle Maßnahmen unterstützt, die zur Si¬ cherung der Beschäftigung führen. Da haben wir nach den betrieblichen und wirtschaftlichen Möglichkeiten gewissenhaft mitgeredet, wir haben uns auch sehr der Jugend und der Jugendpolitik und der Lehrlingspro¬ bleme angenommen. Wir haben in Salzburg die allgemeine Arbeitneh¬ merinformation gewaltig ausgebaut, unsere Referate Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik leisten positive Ar¬ beit, wir haben dem Betriebssport große Beachtung geschenkt, und wir haben die Zinsenstützungsaktion der Arbeiterkammer Salzburg eingeführt. »Arbeit & Wirtschaft«: Für Wohn¬ baudarlehen? Herbert Suko: Ja, für die Wohnbau¬ förderung. Erfolge und Probleme »Arbeit & Wirtschaft«: Was be¬ trachtet der Salzburger Arbeiter¬ kammerpräsident als großen Erfolg der jetzt zu Ende gehenden Funk¬ tionsperiode? Herbert Suko: Im Vordergrund ste¬ hen der Ausbau der Konsumentenbe¬ ratung, der Betriebssport, das neue Mädchenwohnheim und das zukünf¬ tige Jugendcenter. Unter der Leitung von Arbeiterkammer und Gewerk¬ schaften soll hier der Jugend die Möglichkeit geboten werden, Kurse zu machen und auch sich zu unter¬ halten. Übersehen darf man natürlich nicht unser hervorragendes Berufs¬ förderungsinstitut. »Arbeit & Wirtschaft«: Wird das von der Arbeiterkammer allein ge¬ stützt? Herbert Suko: Zum Großteil von der Arbeiterkammer, das Land gibt Förderungsbeiträge. »Arbeit & Wirtschaft«: Ist das BFI gegenüber dem Land mit dem Wirt- schaftsförderungsinstitut der Han¬ delskammer gleichberechtigt, oder wird dieses bevorzugt? Herbert Suko: Nein, da gibt es kei¬ nerlei Schwierigkeiten. Die Gelder, die hier zugeschossen werden, hän¬ gen allerdings auch von der Größe des Institutes ab. Unsere Kurse wer¬ den aber immer mehr, wir machen auch etwas für Jugendliche wie für Arbeitslose. Die BFI-Kurse, Fortbil- dungs- und Umschulungskurse ha¬ ben sich sehr gut bewährt. »Arbeit & Wirtschaft«: Ist die Ju¬ gendarbeitslosigkeit ein großes Pro¬ blem in Salzburg? Herbert Suko: Im Bundesland Salzburg nicht so groß wie in anderen Bundesländern. Aber trotzdem muß man diese Dinge ganz genau beob¬ achten, damit keine größeren Schwierigkeiten entstehen. Wir be¬ mühen uns auch sehr darum, daß alle Jugendlichen, die einen Lehrplatz anstreben, untergebracht werden. »Arbeit & Wirtschaft«: Dem AK-Be¬ richt für 1982 ist zu entnehmen, daß in Salzburg die Zahl der unselbständig Beschäftigten von 1981 auf 1982 na¬ hezu gleichgeblieben, aber die Zahl der Arbeitslosen dennoch stärker ge¬ stiegen ist. Herbert Suko: Das hängt mit Ra¬ tionalisierungen in den verschieden¬ sten Betrieben zusammen. Die Be¬ triebsräte stehen gerade in einem so sensiblen Bundesland wie Salzburg oft vor ganz schwierigen Entschei¬ dungen. Die Unternehmer sagen, sie wollen etwas Neues machen; der Be¬ triebsrat könnte mit seiner Stärke verschiedene Dinge verhindern, wenn er es aber länger tut, hat er ei¬ nes Tages einen alten Betrieb, der ab¬ stirbt. Daher muß auch die Arbeiter¬ kammer die Betriebsräte auffordern, mit dem nötigen Augenmaß genau zu beobachten, was hier geschieht, und im Endeffekt bei verschiedenen not¬ wendigen Rationalisierungsma߬ nahmen mitzuziehen. »Arbeit & Wirtschaft«: Aber wenn die Zahl der Beschäftigten annähernd gleichgeblieben ist und die Zahl der Arbeitslosen steigt, heißt das doch, daß mehr Leute auf den Arbeitsmarkt geströmt sind? Herbert Suko: Salzburg ist ein Bundesland, wo etwa von Oberöster¬ reich immer Leute hereinströmen werden. »Arbeit & Wirtschaft«: Was sind so aus der Sicht der Salzburger Arbei¬ terkammer wirtschaftliche Schwie¬ rigkeiten im Land? HerbertSuko: Schwierigkeiten gibt es vor allem in der Bau- und Holzin¬ dustrie. Wir haben auch das große Problem der Halleiner Papier AG. Die Bevölkerung ruft nach mehr Umweltschutz. Arbeiterkammer und Gewerkschaften müssen natürlich sagen, Umweltschutz ja, aber dosiert. Daß etwas gemacht werden muß, das weiß schließlich jeder, und das Pro¬ blem wird ja auch immer behandelt. Wir haben auch einige Schwierigkei¬ ten in Metallbetrieben, wie etwa im Eisenwerk Sulzau-Werfen in Ten¬ neck. »Arbeit & Wirtschaft«: Was die Bauwirtschaft betrifft, so ist dem AK-Bericht zu entnehmen, daß die Arbeiterkammer einen Terminplan für öffentliche Bauvorhaben fordert. Wie steht's damit? Herbert Suko: Mein Vorgänger, Jo¬ sef Brunauer, hat alles unternommen, daß hier bessere Koordinationsmög¬ lichkeiten geschaffen werden. Die Zusage des Landeshauptmanns liegt vor, es gibt auch bereits einen Koor¬ dinationsausschuß. Der gehört aus¬ gebaut, wobei man auch dort der Ar¬ beiterkammer mehr Rechte einräu¬ men soll. »Arbeit & Wirtschaft«: Also mehr Mitbestimmung im Verhältnis zu den anderen Institutionen, mehr hin auf Sozialpartnerschaft und nicht nach¬ hinkend. Herbert Suko: Genau. Konsumentenpolitik »Arbeit & Wirtschaft«: Wenn es vorhin geheißen hat, daß die Konsu¬ mentenberatung stark ausgebaut worden ist, gibt es da Beispiele dafür, etwa bei der Marktbeobachtung, der Preisbeobachtung? Die Arbeiter¬ kammer weist doch immer wieder auf überhöhte Fleischpreise hin. Herbert Suko: Zum Beispiel haben die ständigen AK-Untersuchungen der Fleisch- und Wurstprodukte im Bundesland Salzburg dazu geführt, daß die Fleischhauer von sich aus eine eigene Untersuchungsstelle in¬ stalliert haben, wo sie ihre Produkte jetzt selber untersuchen und kontrol¬ lieren, um nicht immer wieder mit der Arbeiterkammer in Schwierigkeiten zu kommen. Wir sind aber auf den verschiedensten Gebieten tätig ge¬ worden, haben uns bemüht, bei den Textilien etwas zu machen, haben Kosmetikpackungen überprüft und selbst in der Möbelbranche einige Untersuchungen angestellt. 3/84 arbeit wirtsHmfl 19