/ffdiesemMß findenSie nicht billig. Vielleicht sollte wieder ein¬ mal ein Fragebogen beigelegt werden, auch wenn vor einigen Jahren der letzte nur von jedem hundertsten Bezieher zu¬ rückgeschickt wurde. Kontakte mit der Leserschaft sind wün¬ schenswert. Einer Redaktion, die aus einer Sekretärin und einem Redakteur besteht, ist aber Schriftliches lieber als Telefonanrufe. Fragen, die den Gewerkschafter berühren Seite 10 In diesem Gespräch gibt ÖGB-Präsident Anton Benya, ganz in seiner an ihm ge¬ wohnten Art, völlig offen und direkt Ant¬ wort auf eine Reihe von Fragen, vom Energieproblem bis zum Beschäfti¬ gungsproblem, auf das er mehrfach zu¬ rückkommt, weil er es für eine Schlüs¬ selfrage der gesellschaftlichen Entwick¬ lung hält. Haben die Gewerkschaften in unserer heutigen Gesellschaft immer noch den Stellenwert, den sie in den ersten Jahr¬ zehnten der Zweiten Republik gehabt haben? Ist eine Generation herangewachsen, die keine Verbindung mehr zu den Schwierigkeiten hat, mit denen sich da¬ mals Gewerkschafter herumschlagen mußten? Eine Generation, die mit eige¬ nen Schwierigkeiten kämpft? Nach wie vor gilt es für Gewerkschafter, Kontakte zu pflegen, im Betrieb, in der Zahlstelle, in der Ortsgruppe, im Be¬ zirksausschuß, nach wie vor gilt, wie Benya sagt, für den Gewerkschafter: »Er darf keine großen Versprechungen machen, darf aber die Leute auch nicht mutlos machen.« Um die Rückkopplung Seite 2 Zeitungen, die nur darauf bedacht sein müssen, ihren Eigentümern möglichst hohe Gewinne zu sichern, messen ihren Erfolg oder Mißerfolg vor allem an der Verkaufsauflage, die aber auch von ei¬ nem guten Vertriebssystem und ver¬ schiedenen Gewinnspielchen abhängen kann. Vereinsblätter- und ein solches ist eben auch »Arbeit & Wirtschaft« - hängen da ein bißchen in der Luft. Umfragen von Meinungsforschungsinstituten sind auch r Der Energie¬ bericht 1984 und die österreichische Energiepolitik Seite 38 In geraffter Form - denn anders wäre es im Rahmen dieser Zeitschrift gar nicht möglich - gibt Ernst Maurer (von der Wirtschaftspolitischen Abteilung der Wiener Arbeiterkammer) einen sach¬ lich-kritischen Überblick über den Energiebericht der österreichischen Bundesregierung sowie über das Ener¬ giekonzept, das im Bericht breiten Raum einnimmt. Zu den wichtigsten Punkten des Konzepts zählt die Absicht, den Anteil des Erdöls an den Energie¬ trägern zu senken und zunehmend auf die Bereiche zu beschränken, wo tech¬ nisch keine anderen Möglichkeiten be¬ stehen. Staatssekretär Dr. Erich Schmidt nimmt zu einigen Fragen Stellung, die sich aus dem Überblick Maurers ergeben. ein selbsttragender Aufschwung wird jedoch nicht erwartet.« Diesmal ist er der Ansicht, daß sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, unter denen der Bundesvoranschlag er¬ stellt wurde, verbessert haben. Der kon¬ junkturelle Aufschwung habe mittler¬ weile stärker eingesetzt als erwartet. Ein vorbehaltlos optimistisches Bild zeich¬ net Roßmann nicht, beurteilt aber die weltwirtschaftlichen Aussichten Öster¬ reichs positiv. Österreich sollte es gelin¬ gen, die Arbeitslosenrate nach kontinu¬ ierlichem Anstieg während der Rezes¬ sionsjahre erstmals wieder abzusenken. Der Budgetentwurf sieht - stellt Ro߬ mann fest-eine Fortsetzung der Konso¬ lidierungsbemühungen vor, die Netto- defizitquote soll demnach von 4,75% auf 4,4% gesenkt werden. Inwieweit es gelingen wird, die Konsolidierung fortzusetzen, hängt letztlich von den nationalen und internationalen Rah¬ menbedingungen ab. f V V Der Bundes¬ voranschlag 1985 Seite 18 Auch im Jänner des vorigen Jahres schrieb Bruno Roßmann (von der Wirt¬ schaftswissenschaftlichen Abteilung der Wiener Arbeiterkammer) über den Bundesvoranschlag. Damals meinte er: »Die österreichische Wirtschaft befindet sich gegenwärtig in der längsten Rezes¬ sionsphase der Weltwirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Die jüngsten OECD-Konjunkturprognosen deuten zwar - insbesondere in den USA - auf eine leichte konjunkturelle Belebung der Weltwirtschaft für das Jahr 1984 hin, Arbeitszeit¬ verkürzung in Österreich: Weder vor¬ preschen noch nachhinken Seite 26 Im Dezember 1983 gab Günther Cha- loupek in »Arbeit & Wirtschaft« einen Zwischenbericht über eine Studie des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfra¬ gen, die ergründen sollte, wie sich für Österreich verschiedene Varianten einer Verkürzung der Arbeitszeit auswirken würden. Chaloupek wies auch auf eine Voraus¬ sage des englischen Volkswirtschaftlers John Maynard Keynes hin, derzufolge in den dreißiger Jahren des nächsten Jahrhunderts eine Arbeitszeit von wö¬ chentlich 18 Stunden üblich sein werde. Chaloupek war in dem Zwischenbericht der Ansicht, daß auch in Österreich eine Verkürzung der Arbeitszeit kommen werde. Dieser Ansicht ist er auch jetzt, weil der Arbeitszeitverkürzung ange¬ sichts der nur noch begrenzten Mög¬ lichkeit des Staates, in künftigen Rezes¬ sionen beschäftigungsstützend einzu¬ greifen, eine erhöhte Bedeutung zu¬ kommt. Vom Einsatz dieser Maßnahme werde es abhängen, ob Österreich seine immer noch günstige Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage behaupten kann. 1/85 arbdt wirlsdiidi 1