Erhöhung der Mehrwertsteuer als Beitrag zur Budgetsanie¬ rung akzeptiert und verlangen jetzt die Beibehaltung und den Ausbau der Zinsertragsteuer als sozial gerechte Maßnah¬ me, heißt es weiter in der Re¬ solution. Auch jene Kreise, die über hohe Geldvermögen ver¬ fügen, sollen ihren Beitrag zur Budgetsanierung durch die ZEST leisten. Daher sollte es auch keine Ausnahmerege¬ lungen geben. Die rasche Beschlußfas¬ sung des Gesetzes über die Sozialgerichtsbarkeit wurde energisch urgiert. Dabei sei das kollektive Klagerecht ein besonderes Anliegen der Tex¬ tilarbeiter, das gerade den wirtschaftlich und sozial Schwächeren die Durchset¬ zung berechtigter Ansprüche erleichtern soll. Abschließend verlangte die Resolution neue internatio¬ nale Initiativen, die zum Abbau des Wettrüstens und zur Ver¬ ringerung der Spannungen führen. Harald Ettl neuer TBL-Vorsitzender Mit den Neuwahlen wurde der Gewerkschaftstag abge¬ schlossen. Der bisherige Vorsitzende Stefan Steinle und seine Steilvertreter kan¬ didierten aus Altersgründen nicht mehr und legten ihre Funktionen zurück. Zum neuen TBL-Vorsitzenden wurde der bisherige Zentral¬ sekretär, Ing. Harald Ettl, ge¬ wählt. Seine Stellvertreter sind Karl Hans, Christa Litschauer und Erwin Po- korny. Zum neuen Zentral¬ sekretär wurde Heinz Laske gewählt. ÖGB-Präsident Benya über¬ reichte an Stefan Steinle und den ebenfalls scheiden¬ den Vorsitzenden-Stellvertre¬ ter Johann Bayer die Johann- Böhm-Plakette, die höchste Auszeichnung des ÖGB. Der Vorsitzende-Stellvertreter Georg Löffler und der bur- genländische Landessekretär Herwald Bauer erhielten die Verdienstmedaille des ÖGB in Gold. -AWa Arbeiterkammertag: Arbeitsplatzsicherung hat weiter Vorrang »Die österreichische Wirtschaftspolitik, die ma߬ geblich von den Arbeitnehmervertretungen mitbe¬ stimmt wird, ist wegen ihrer nachweisbaren Erfolge international anerkannt, und viele Länder versuchen, dieses Modell zu kopieren. Durch überlegte Wirtschaftsförderung und vernünftige Einkommenspolitik ist es uns gelungen, die Konjunktur zu stützen und den Aufschwung selbsttragend zu machen. Das erklärte Arbeiterkam- mertagspräsident Adolf Czet- tel am 20. November bei der Hauptversammlung des Österreichischen Arbeiter¬ kammertags (ÖAKT) in Inns¬ bruck. Czettl weiter: »Bedingt durch die kritische internationale Entwicklung der letzten Jahre muß unser Hauptaugenmerk aber weiter¬ hin auf die Sicherung der Ar¬ beitsplätze gerichtet sein! Es muß unser erklärtes Ziel sein, allen arbeitswilligen und ar¬ beitsfähigen Menschen einen entsprechenden Arbeitsplatz zu sichern. Dieses Ziel muß bei allen in der Wirtschaftspolitik gesetzten Maßnahmen Vor¬ rang haben. Eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung sind auch die Möglichkeiten der Sozialpoli¬ tik verbunden«, sagte Czettel weiter. »Trotz der schwierigen Situation der letzten Jahre ist es uns gelungen, einen Still¬ stand zu verhindern und eine Weiterentwicklung mit kleinen Schritten fortzusetzen. Es muß uns auch weitergelingen, Fortschritte zu erzielen und vor allem die erreichte Sub¬ stanz zu erhalten.« Czettel unterstrich, daß die Arbeiterkammern bei den Ge¬ sprächen über die Novellie- Kur;/berichtet... Für die 270.000 Handels¬ angestellten Österreichs trat mit 1. Jänner 1985 ein neuer Kollektivvertrag in Kraft, der eine Erhöhung der Kollektiv¬ vertragsgehälter um 5,2%, mindestens aber um 465 S monatlich brachte. Die Rei¬ seaufwandsentschädigungen wurden ebenfalls um 5,2% angehoben, die Lehrlings¬ entschädigungen um 6,6%. Bestehende Überzahlungen blieben aufrecht. Alfred Teschl, Vorsitzen¬ der der Gewerkschaft der Chemiearbeiter, feierte vor wenigen Tagen seinen 60. Geburtstag. In Judendorf bei Graz geboren, arbeitete er nach Kriegsdienst und Ge¬ fangenschaft ab 1948 in der Papierfabrik Leykam in Grat¬ korn, wo er auch Betriebsrat wurde. 1954 trat er als Sekre¬ tär in die Gewerkschaft der Chemiearbeiter ein. Von 1962 bis 1973 war Teschl Zentralsekretär der Chemie¬ arbeiter-Gewerkschaft, seit¬ her ist er deren Vorsitzender. Teschl hat auch einige an¬ dere wichtige Funktionen, unter anderem ist er Vorsit¬ zender der ÖGB-Steuer¬ kommission. Seit 1970 ist Teschl SPÖ-Abgeordneter zum Nationalrat. Otto Skritek, der »Vater des Ladenschlußgesetzes«, feierte am 16. Dezember sei¬ nen 75. Geburtstag. Skritek trat 1923 der Gewerkschaft bei, 1931 wurde er Jugend¬ sekretär der kaufmänni¬ schen Angestellten. Nach mehreren Verhaftungen in der austrofaschistischen Ära verbrachte er fünf Jahre in Nazi-KZs. 1945 wurde Skri¬ tek Sekretär der Gewerk¬ schaft der Privatangestellten (GPA), von 1954 bis 1974 war er leitender Sekretär der GPA-Sektion Handel. In die¬ ser Zeit erkämpfte er nicht nur das Ladenschlußgesetz, sondern auch viele andere wichtige Fortschritte für die Handelsangestellten. Skritek war auch zehn Jahre Vize¬ präsident der Wiener Arbei¬ terkammer und des österrei¬ chischen Arbeiterkammer¬ tags. Von 1950 bis 1975 war erfürdieSPÖ Bundesrat und Abgeordneter zum National¬ rat. * Die Gewerkschaft Me¬ tall-Bergbau-Energie hat für die rund 90.000 Arbeiter des eisen- und metallverar¬ beitenden Gewerbes einen neuen Kollektivvertrag ab¬ geschlossen, der am 1. Jän¬ ner 1985 in Kraft trat. Die Ist- Löhne wurden um 4,8%, die Mindestlöhne und Zulagen um durchschnittlich 6% er¬ höht. Verhandlungen um eine Verkürzung der Arbeits¬ zeit werden weitergeführt. * Hans Pawlik, gelernter Schriftsetzer, von 1948 bis 1975 Landessekretär des ÖGB Kärnten und Landes¬ obmann der Gewerkschaft Druck und Papier, feierte Mitte Dezember seinen 70. Geburtstag. Fast zur glei¬ chen Zeit wurde ein weiterer ehemaliger Landessekretär 70 Jahre: der Tiroler Ing. Jo¬ sef Kunst. Er war von 1952 bis 1980 Tiroler ÖGB-Lan- dessekretär und von 1959 bis 1974 Vizepräsident der Tiro¬ ler Arbeiterkammer. Die Gewerkschaft öffent¬ licher Dienst (GÖD) Kärn¬ tens verwahrte sich scharf gegen das Verlangen der FPÖ, in den zweisprachigen Gebieten Kärntens einen ethnischen Proporz im öf¬ fentlichen Dienst einzufüh¬ ren, was den slowenisch sprechenden Bevölkerungs¬ teil benachteiligen würde. Alle Bereiche des öffentli¬ chen Dienstes haben im zweisprachigen Gebiet Kärn¬ tens bisher hervorragend gearbeitet, so daß die GÖD Kärnten keinerlei Grund sehe, einen ethnischen Pro¬ porz einzuführen, der nur Unruhe und Belastungen schaffen würde. Der frühere Zentralsekre¬ tär der Gewerkschaft der Le¬ bens* und Genußmittelarbei¬ ter (LUGA), Kurt Blümel (62), erhielt kürzlich die Johann- Böhm-Plakette, die höchste Auszeichnung des ÖGB. Blümel war seit 1952 Sekre¬ tär der LUGA und von 1957 bis Ende 1983 deren Zentral¬ sekretär. 1/85 arbeil Wirtschaft 7