AusflrAefrer/fammer/!und6eu/er/fsc/mfte/i 'M?a Was macht der ÖGB mit den Mitgliedsbeiträgen? Wie jedes Jahr legte der ÖGB auch für 1987 offen Bilanz darüber, was mit den Beiträgen seiner 1,652.839 Mitglieder geschehen ist. 1987 hat der ÖGB rund 1,92 Milliarden Schilling eingenom¬ men. 1,84 Milliarden oder rund 96% der Einnahmen stammen aus den Mitgliedsbeiträgen. Der Rechnungsabschluß 1987 wurde nach Prüfung durch die Kontrollkommission, in der alle Fraktionen vertreten sind, vom ÖGB-Bundesvorstand einstim¬ mig gebilligt. Mag. Herbert Tümpel, der für die Finanzen zuständige Leitende Sekretär des ÖGB, erklärte dazu: »Durch den Strukturwandel, der vor allem in gut organisier¬ ten Industriebetrieben spürbar war, hatte der ÖGB 1987 einen Verlust von rund 18.000 Mit¬ gliedern zu verzeichnen. Au¬ ßerdem waren größere Zu¬ wendungen für Betrieb und In¬ standhaltung der Bildungs¬ und Urlaubshäuser des ÖGB notwendig. Daraus erklärt sich ein Gebarungsabgang von 54,7 Millionen Schilling für 1987. Durch Gewinnung zu¬ sätzlicher Mitglieder und durch Sparmaßnahmen in einigen Bereichen werden wir dies wieder wettzumachen ha¬ ben.« Die wichtigsten Ausgaben¬ posten des ÖGB: • Beitragsanteil der 15 Ge¬ werkschaften: 301,2 Millio¬ nen Schilling oder 15,7%. - Der ÖGB hebt über die 15 Ge¬ werkschaften die Mitgliedsbei¬ träge ein. Den Gewerkschaf¬ ten bleibt davon ein Anteil zwi¬ schen 5% und 21%, im Durch¬ schnitt aller Gewerkschaften im Jahre 1987 von 15,7%, der Beitragseinnahmen. Damit werden zum Beispiel Urlaubs¬ und Bildungseinrichtungen oder andere spezielle Leistun¬ gen der Gewerkschaften finan¬ ziert. • Unterstützungen, Streik¬ gelder, Solidaritätsversiche¬ rung: 115,8 Millionen Schil¬ ling oder 6,0%. - Leistungen für Rechtsschutz bei Streitig¬ keiten im Berufsleben, Unter¬ stützungen für Arbeitslose, Streikgelder und Hilfe in be¬ sonderen Notfällen sowie die Jahresprämie für die Solidari¬ tätsversicherung der Gewerk¬ schaftsmitglieder. Dazu kom¬ men noch die Aufwendungen für den Katastrophenfonds des ÖGB, für den Karl-Maisel- Fonds und für den Johann- Böhm-Fonds (Stipendien). Diese Aufwendungen machen zusätzlich rund 5,7 Millionen Schilling aus. Dies bedeutet, daß rund 122 Millionen Schil¬ ling direkt an die ÖGB-Mitglie- der zurückflössen. • Wissenschaft und Verei¬ ne: 91,3 Millionen Schilling oder 4,8%. - Der ÖGB förder¬ te wissenschaftlicheVerbände, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen, die im Interesse der Arbeitnehmer wirken, unter anderem wird auch der Ver¬ band für Sozialtourismus un¬ terstützt. Das gilt auch für die Berufsförderungsinstitute und für »Jugend am Werk«. • Schulungsarbeit der Frak¬ tionen: 17,5 Millionen Schil¬ ling oder 0,9%. - Die im ÖGB tätigen politischen Fraktionen und Gruppen setzen sich in ih¬ ren Bereichen für die Verwirkli¬ chung der Ziele des ÖGB ein. Für die Schulungsarbeit und Werbetätigkeit für den ÖGB er¬ halten sie je nach ihrem Stär¬ keverhältnis finanzielle Zuwen¬ dungen. • Bildung und kulturelle Betreuung: 90,9 Millionen Schilling oder 4,7%. - Die gewerkschaftliche Bildungsar¬ beit erfolgt vor allem in drei Be¬ reichen: Schulung der Be¬ triebsräte und Funktionäre, be¬ rufliche Fortbildung und kultu¬ relle Betreuung für alle Ge¬ werkschaftsmitglieder. • Jugend, Jugenderholung und Sport: 58,6 Millionen Schilling oder 3,1%. - Dem ÖGB gehören 85.000 jugendli¬ che Arbeitnehmer an, die von der Gewerkschaftsjugend be¬ treut werden. Jugendklubs, Sport- und Berufswettbewerbe werden finanziert. In den fünf Jugenderholungsheimen ver¬ brachten im Vorjahr 3400 Ju¬ gendliche und Kinder einen Erholungsurlaub. • Betreuung der Mitglieder und Personalkosten: 603,8 Millionen Schilling oder 31,4%. - Für die Betreuung der Mitglieder braucht der ÖGB neben den ehrenamtli¬ chen Mitarbeitern auch haupt¬ berufliche Experten in seinen sozialen Servicestellen, Fach¬ leute für Rechtsschutz, Sozial¬ politik, Bildung, Volkswirtschaft und betriebserfahrene Sekre¬ täre. Für die 1,6 Millionen Mit¬ glieder arbeiten rund 1800 OGB-Angestellte. • Organisation, Informa¬ tion und Presse: 328,2 Millio¬ nen Schilling oder 17,1%. - Kosten für Versammlungen, Betriebsrätekonferenzen und Gewerkschaftstagungen, Aus¬ gaben für die Öffentlichkeitsar¬ beit des ÖGB, die Publikatio¬ nen der Gewerkschaftspresse mit einbezogen. • Sonstige Kosten: 48,4 Millionen Schilling oder 2,5%. - Der ÖGB hat auch Steuern und Abgaben zu ent¬ richten. Dazu gehören noch Prämien für die verschiedenen Versicherungen für Gebäude und Einrichtungen. • Verwaltung und Instand¬ setzung: 255,8 Millionen Schilling oder 13,3%. - Der ÖGB und die 15 Gewerkschaf¬ ten brauchen zur Erfüllung ih¬ rer Aufgaben Sekretariate, Bü¬ roeinrichtungen, Fachliteratur, Fahrzeuge und anderes Ar¬ beitsmaterial. Dazu kommen Ausgaben für Mieten, Post- und Telefonspesen, Instand¬ haltung und Reparaturen. • Vereine und Internationa¬ len: 39,2 Millionen Schilling oder 2,0%. - Förderungsko¬ sten für Vereine, die den Ar¬ beitnehmern dienen: Volks¬ hochschulen, Studentenheime, Konsumenteninformation, Bei¬ träge für den Internationalen Bund Freier Gewerkschaften, für denWeltverband der Arbeit¬ nehmer und die verschiedenen Berufsinternationalen. • Zuwendungen an den So¬ lidaritätsfonds: 25,0 Millio¬ nen Schilling oder 1,3%. - Der Solidaritätsfonds ist die Streikkasse des ÖGB. Dieser starke finanzielle Rückhalt, die gewerkschaftliche »eiser¬ ne Reserve«, ist die beste Ga¬ rantie dafür, daß die schärfste Waffe, der Streik, in Österreich selten eingesetzt werden muß. • Gebarungsabgang: 54,7 Millionen Schilling oder -2,8%. - Der Mitgliederver¬ lust einerseits sowie dringend notwendige Instandhaltung von Bürogebäuden, Bildungs¬ und Urlaubsheimen anderseits führten zu einem Abgang von rund 55 Millionen Schilling, der aus Vermögensreserven finan¬ ziert wurde. ^AW- Solidaritätsversicherung 1987: 27,2 Mili. Schilling ausgezahlt Seit 16 Jahren sind alle Ge¬ werkschaftsmitglieder durch ihre Mitgliedsbeiträge auch versichert. Diese wichtige Ein¬ richtung trägt den Namen Soli¬ daritätsversicherung. Durch die Solidaritätsversicherung, die zwischen dem Österreichi¬ schen Gewerkschaftsbund und der Volksfürsorge-Versi- cherung im Jahr 1972 abge¬ schlossen wurde, werden Ver¬ sicherungsleistungen im To¬ desfall, nach einem durch ei¬ nen Unfall bedingten Spitals¬ aufenthalt und im Fall des Ablebens oder der Invalidität nach einem Freizeitunfall er¬ bracht. Allein im vergangenen Jahr wurden in 13.911 Fällen 27,219.262 S aus der Solidari¬ tätsversicherung an Gewerk¬ schaftsmitglieder ausgezahlt. Davon entfielen auf Begräbnis¬ kostenbeiträge (9808 Fälle) 18,744.675 S, auf Spitalgeld und Arzthonorare nach Unfäl¬ len (3574 Fälle) 3,748.422 S, auf Leistungen bei Invalidität nach Freizeitunfällen (314 Fäl¬ le) 2,424.065 S und auf Lei¬ stungen bei Tod nach Freizeit¬ unfällen (215 Fälle) 2,302.1 OOS. 8 arbeit Wirtschaft 10/88