23.000 Personen anzuheben, wird deshalb von der AK Salzburg schärfstens zu¬ rückgewiesen. Noch ein Wort zur laufenden Debatte um eine Reform der Arbeiterkammern. Bei einer gemeinsamen Pressekonfe¬ renz aller drei im Kammer¬ vorstand vertretenen Frak¬ tionen wurde der Vorschlag unterbreitet, in Zukunft pen¬ sionierten ehemaligen AK- Mitgliedern das volle Lei¬ stungsangebot der Kammer zu bieten. Auch das aktive Wahlrecht sollte ihnen zuge¬ standen werden - alles ohne die Verpflichtung zu einer Bei¬ tragsleistung. *AW- AK Oberösterreich auf Veränderungskurs Die Vollversammlung der oberösterreichischen Arbeiterkammer hat bei ihrer Herbsttagung am 20. November 1990 in Wels den vor einem Jahr eingeschlagenen Kurs der Reform und Veränderung bekräftigt. AK-Präsident Fritz Freyschlag trat für eine zügige Neuordnung der gesetzlichen Grundlagen der Arbeiterkammern ein. Er meinte: »Wir dürfen uns nicht auf Dauer nur mit uns selbst beschäftigen. Die oberösterreichi¬ schen Arbeitnehmer erwarten von ihrer Kammer ein effizientes Dienstleistungsangebot und eine schlagkräftige Interessenvertretung.« Zur Kammerreform legten alle Fraktionen in der Vollver¬ sammlung Anträge und Reso¬ lutionen vor. Eipe umfassende Resolution unter dem Titel »Ar¬ beiterkammerreform« wurde mit den Stimmen der sozialisti¬ schen Gewerkschafter und des ÖAAB beschlossen. Die übrigen Reformanträge wur¬ den dem Vorstand zugewie¬ sen. 42 Anträge Insgesamt lagen der Vollver¬ sammlung 42 Anträge und Re¬ solutionen vor. Neben dem Schwerpunkt Reform waren die Forderungen hauptsäch¬ lich auf wirtschafts-, sozial- und umweltpolitische Ziele gerichtet. Gemeinsame Anträ¬ ge gab es zu Fragen der Be¬ rufsausbildung. Zwei einstimmig angenom¬ mene Resolutionen befaßten sich mit der Wirtschaftssitua¬ tion in Oberösterreich und mit wirtschaftspolitischen Aktivitäten der Landesregie¬ rung. Präsident Freyschlag hob in diesem Zusammenhang hervor, daß mit zehn Jahren Verzögerung das Land Ober¬ österreich die Vorschläge der Arbeiterkammer zur Schaffung einer Betriebsansiedlungs¬ und Investorenwerbegesell¬ schaft aufgegriffen habe. Die Arbeiterkammer wird alle Ma߬ nahmen unterstützen, die zur Überwindung der Stagnation der Wirtschaftspolitik in Ober¬ österreich führen. Zur Diskussion über die Wei¬ terführung der Steuerreform wurde ein umfangreiches For¬ derungspaket beschlossen. Die AK Oberösterreich hält eine Reparatur der ersten Etappe der Steuerreform für notwendig. Dazu zählt die Be¬ steuerung von Unfallrenten und des Krankengeldes, die komplizierte Regelung der Be¬ steuerung von Überstun¬ denzuschlägen und die der¬ zeitige Form des Pendlerpau¬ schales. Bei der Absetzbar¬ keit von Alimentationszah- lungen sollen Härtefälle besei¬ tigt werden. Für die zweite Etappe der Steuerreform werden ver¬ stärkt soziale Aspekte einge¬ fordert. Eine effektivere Be¬ steuerung großer Privatvermö¬ gen und das Stopfen von Steuerschlupflöchern für Un¬ ternehmer werden verlangt. Der »Weg in den Lohnsteuer¬ staat« darf nicht gegangen werden. Schließlich wird eine bessere Steuerprüfung bei Selbständigen gefordert und werden Maßnahmen verlangt, daß die ins Auge gefaßte Mehrwertsteuersenkung tat¬ sächlich den Konsumenten zugute kommt und auch bei den Unternehmern Zusatz¬ gewinne erzeugt. Die häufig zur Diskussipn gebrachten so¬ genannten Ökosteuern wer- KRITIK • DISKUSSION KOMMENTAR Esperanto Als ich als 73jähriger im Mai 1979 das mir bis dahin völlig unbekannte Esperanto-Mu¬ seum in der Wiener Hofburg besuchte und mich dort über diese internationale Sprache informieren ließ, habe ich mir anschließend auch Gedanken gemacht, wieso dieses Mei¬ sterwerk der Logik in Öster¬ reich so wenig Beachtung ge¬ funden hat. Es war mir aber bald klar, daß vor allem man¬ gelnde Information die Haupt¬ ursache ist. Der beste Beweis für dieses große Versäumnis durch Jahrzehnte ist doch die Tatsache, daß ich auf das seit 1929 bestehende Esperanto- Museum, als Abteilung für Plansprachen der Österreichi¬ schen Nationalbibliothek ein staatliches Institut, nur durch einen Zufall aufmerksam wur¬ de. Infolge des perfekten Auf¬ baues und der kristallklaren Grammatik habe ich in kurzer Zeit diese wunderbare Spra¬ che erlernt und konnte zu mei¬ ner besonderen Freude fest¬ stellen, daß dadurch auch mei¬ ne deutsche Aussprache we¬ sentlich korrekter wurde und sich mein Gedächtnis erheb¬ lich verbessert hat. Ich kann daher älteren Per¬ sonen nur empfehlen -, zum eigenen Vorteil - sich mit die¬ sem interessanten Sprachstu¬ dium zu befassen. Aber auch unserer Jugend eröffnen sich durch Esperanto viele Möglich¬ keiten, dieWelt auf eine beson¬ dere Art kennenzulernen, denn der Reisedienst der deutschen Esperantojugend verfügt über zahlreiche Adressen von Gast¬ gebern in Europa und Über¬ see, wo esperantokundige Ju¬ gendliche kostenlos übernach¬ ten können und stets einen ortskundigen Betreuer zur Ver¬ fügung haben. Josef Klaner, Wien 20 AW wichtig für Erwachsenen¬ bildner Gleichzeitig danke ich für die Zusendung der »Arbeit & Wirt¬ schaft«, die für mich als Er¬ wachsenenbildner überaus wichtig ist. (Bravo zu AW-Spe- zial.) Walter Sandhofer den von der oberösterreichi¬ schen Arbeiterkammer proble- matisiert. Gesundheit am Arbeitsplatz Eine ganze Reihe von Anträ¬ gen hat sich mit Fragen der Gesundheit am Arbeitsplatz und der Arbeitsbedingungen beschäftigt. Es geht dabei um Auskünfte der Unfallversiche¬ rung an Betriebsräte und Ar¬ beitnehmer, um Arbeitnehmer¬ schutz bei Betriebsbewilligun¬ gen, um die Liste der Berufs¬ krankheiten und um die Ver¬ wendung von Bußgeldern der Arbeitsinspektorate. Schließlich wurde unter an¬ derem auch eine Erhöhung des seit 19 Jahren unveränder¬ ten Zollfreibetrages für Reise¬ andenken von derzeit 1000S auf 3000 S verlangt. Die Vollversammlung be¬ schloß ein Budget, das im Jahr 1991 Ausgaben von rund 366 Millionen Schilling vorsieht. Die Schwerpunkte: Für die ar- beits- und sozialrechtliche Be¬ ratung sowie die Betreuung der jugendlichen Arbeitnehmer und Lehrlinge werden 111 Mil¬ lionen Schilling aufgewendet. Bildung und Information, die Volkshochschule der AK, das BFI und die Kulturarbeit wur¬ den mit 139 Millionen Schilling dotiert. 27 Millionen Schilling wendet die oberösterreichi¬ sche Arbeiterkammer für den Arbeitsbereich Wirtschaft und Umwelt, die Konsumentenbe¬ ratung und die Beratung von Betriebsräten auf. Für Beihilfen und Darlehen werden 46 Millio¬ nen Schilling zurVerfügung ge¬ stellt. Redaktionsschluß für die Aprilnummer ist der 25. Feber, für die Mainummer der 25. März 1991. 6 arbeit Wirtschaft 2/91