LÄNDERKAMMERN nach sind wir schon mit der Wirtschaft voll in der EU integriert. Man müßte die Frage anders stellen. Nicht, ob wir dazu- gehen wollen, sondern die Frage muß heißen: Was ist, wenn wir draußen blei¬ ben? Das würde uns sehr hart treffen, denn wir würden in der Randzone des großen Marktes liegen, mit seinen rund 400 Millionen Menschen. Unser Bun¬ desland, das sich in den letzten Jahr¬ zehnten sehr gut entwickelt hat, würde sehr wahrscheinlich in arge wirtschaftli¬ che Schwierigkeiten geraten. Allein was den Bereich Forschung und Entwicklung betrifft, wo es für Osterreich wichtig ist, bei Forschungs- i ' in Hl Ii L Weiterschulung und Weiterbil¬ dung, auch im Blickpunkt aufdie Fachhochschulen, müssen unser Ziel sein. Wir müssen den Menschen dieMöglichkeitgeben, sich zu bilden undzu entfalten. Sie sollen selber auch eine Freude am Berufhaben undpersönlich ein erfülltes Lebenfinden können mit einem sicheren Einkommen. So kann der soziale Frieden abgesichert werden. qualifizierte Fachkräfte. Das leisten wir mit dem Berufsförderungsinstitut, dem BFI. Weiterschulung und Weiterbil¬ dung, auch im Blickpunkt auf die Fach¬ hochschulen, müssen unser Ziel sein. 1 Stift Melk 2 In Leopoldsdorf ist eine der drei Zuckerfabriken in Niederösterreich 3 Betriebsbesuch bei der Firma Eybel in Ebergassing 4 Böhlerwerke in Waidhofen an der Ybbs - \,y „*' VS 'j; Programmen dabeizusein, sind wir als Partner in dieser EU sicher besser aufge¬ hoben. Wir können mitbestimmen. Es kann nicht ohne uns entschieden wer¬ den. Sicher bin ich auch etwas kritisch. Es gibt nicht nur Rosinen in der EU, es wird sicher auch Nachteile geben. Aber die kann man nur dann lösen, wenn man in diesem Haus drinnen ist und nicht vor der Haustür steht. In den letzten Jahrzehnten hat sich das größte österreichische Bundesland eigentlich sehr positiv entwickelt. Das Agrarland Niederösterreich ist von der Wertschöpfung her auch ein Industrie¬ land geworden. Was wir aber noch brau¬ chen in Zukunft, sind moderne Betriebe und weitere Produktionen mit hoher Wertschöfpung. Dazu brauchen wir , •• Wir müssen den Menschen die Mög¬ lichkeit geben, sich zu bilden und zu entfalten. Sie sollen selber auch eine Freude am Beruf haben und persönlich ein erfülltes Leben finden können mit einem sicheren Einkommen. So kann der soziale Frieden abgesichert werden. »Arbeit & Wirtschaft«: Es gibt ja strukturschwache Regionen, zum Bei¬ spiel das Waldviertel. Werden diese Ge¬ biete in der EU besonders gefördert wer¬ den? Karl Hundsmüller: Wir glauben schon, daß es notwendig ist, neben dem Burgenland als »Ziel-1-Gebiet« auch das Waldviertel als besonders förderungs¬ würdiges Gebiet anzuerkennen. Ich glaube auch, daß es notwendig sein wird, über die Industriezone zu reden 5 Betriebsbesuch bei der Firma Mischek in Gerasdorf 6 Windmühle bei Retz 7 Betriebsbesuch bei der Firma Mischek in Gerasdorf 8 Das Agrarland Niederösterreich ist von der Wertschöpfung her ein Industrieland geworden 5/94 HrfortiHlrtsduifl 21