JUGEND Informationsmesse für Schulabgänger und Studenten Ein fixer Termin für Schulabgänger, Studenten und Bil¬ dungshungrige ist die mittlerweile 11. Studien- und Be¬ rufsinformationsmesse. Als größte Messe ihrer Art in Österreich wird sie jährlich von fünfzigtausend Informa¬ tionsuchenden besucht und bietet eine Möglichkeit zur Orientierung, die Sie sich nicht entgehen lassen sollten. Nirgendwo sonst gibt es einen derartig weitgesteckten Überblick zu schulischen, universitären und beruflichen Ausbildungen und Möglichkeiten. Heuer öffnet sie ihre Pforten erstmals in der Wiener Stadthalle. Veranstalter sind das Wissenschafts- und das Unterrichtsministeri¬ um sowie das Arbeitsmarktservice Österreich. Weitere Mitveranstalter auf Arbeitnehmerseite sind neben dem Referat für Berufsbildung im ÖGB die ÖGJ, die AK Wien, das BFI Wien und die GPA-Jugend. Im Zentrum des Angebots stehen Information und Ori¬ entierungshilfe für Maturantinnen und Maturanten. Über die vielfältigen Möglichkeiten nach der Matura - vom di¬ rekten Berufseinstieg bis zum Studium an einer Univer¬ sität - beraten zahleiche Institutionen, mit deren Hilfe sowohl Überblicksfragen über das allgemeine Angebot (Berufsinformationszentrum, Schulservice, Wissen¬ schaftsministerium) als auch spezielle Fragen (einzel¬ ner Universitäten bzw. Fakultäten, Fachhochschulen, Kollegs, Berufsschule, Arbeiterkammer, Wirtschafts¬ kammer) beantwortet werden können. Ein Bereich der Messe steht unter dem Thema »Uni- versities of Europe«. Öffentliche und private inländische Institutionen stellen EU- und andere internationale Aus¬ tauschprogramme, die während eines Studiums ge¬ nutzt werden können, vor. Darüber hinaus beraten zen¬ trale ausländische Beratungsstellen (Australien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Schweden usw.) und Einzeluniversitäten über Studienvoraussetzungen und -möglichkeiten in ihren Ländern. Ein eigener Sprachbereich zeigt Möglichkeiten für Wege zum Erlernen von Fremdsprachen bzw. zu deren Perfektionierung auf. Die hier angebotenen Informatio¬ nen und Programme sind für unterschiedliche Alters- STUDIEN& BERUFS INFORMATIONS MESSE > BMüJr K > BflUkA > Arbeitsmarktservice Oesterreich > CONNECT//EDUCATION A\ > C0NNECT//INF0RMATI0N IV ily >ü7D3UBniD 03 U > 1 BIS lö UHR mmm > ERSTMALS IN DER WIENER STADTHALLE > MOEGLICHKEITEN NACH DER MATURA > EINTRITT FREI gruppen und Ansprüche konzipiert. Sie sind auch ein Bindeglied zum Bereich der Erwachsenenbildung (EBIS, BFI, WIFI, VHS, Hochschullehrgänge usw.). In den letzten Jahren hat die Messe auch das Interesse der 14- bis 15jährigen geweckt, die über Möglichkeiten nach der 8. bzw. 9. Schulstufe Aufschluß erhalten wol¬ len (AHS, BHS, HAK, HTL, HASCH, Berufsschule, AMS, AK). 7.-10. März 1996, 9-18 Uhr, Wiener Stadthalle (Halle A, B, E). Eintritt frei! Zilian und der »Streetworker« Hubert Höllmüller stellten fest, daß Jugendliche — vor al¬ lem in der Stadt - bereits ab 11 Jahren auch abends in Lo¬ kalen und auf öffentlichen Plätzen anzutreffen sind und sich in den »peer groups« (der Gruppe der Gleichaltrigen) am wohlsten fühlen. Jugend will gestalten: sie ist auf der Suche nach freien Räumen, die sie »besetzen« kann. In »Ghettos«, zum Bei¬ spiel Jugendzentren, läßt sie sich jedenfalls nicht abdrän¬ gen. Jugend reagiert auf viel¬ fältige Weise aufden Konkur¬ renzdruck, der in der Gesell¬ schaft wirkt: auch durch Pro¬ vokation, die immer auffälli¬ ger agieren muß. Jugendliche können die Sprache nicht ver¬ stehen, in der Angebote und Hilfestellungen für sie formu¬ liert werden, sie suchen aber Angebote sozialen Lernens und Erfahrens. Wird diese Auseinandersetzung nicht zu¬ gelassen, so deuten sie dies als Zurückweisung, Ignoranz oder Desinteresse. Wichtig: Jugendliche wer¬ den nur über ihre Lebenswelt politisiert. Neben dem Pro¬ blem der Wohlstandsver¬ wahrlosung ist für viele Ju¬ gendliche Verarmung durch¬ aus ein reales Problem. Die vorherrschende Stadtplanung und -entwicklung zwingt Ju¬ gendliche, sich in öffentliche Räume zu exponieren und läßt kaum Rückzugsbereiche zu. Während der kommerziel¬ le Sektor unserer Gesellschaft im öffentlichen Raum omni- präsent ist, sind soziale Ange¬ bote für junge Menschen un¬ terrepräsentiert. Gerhard Winkler 2/96