WIRTSCHAFT J % 'JL. L-# i ' oP?h -V -tek — irS* 96« w. zeß Österreichs zu den wirt¬ schaftlich fortgeschrittensten Staaten Westeuropas beige¬ tragen hat. Dieses Konzept war nie ganz ausformuliert, daher flexibel. Es wies einige Kernelemente (Hart¬ währungspolitik, Einkom¬ menspolitik unter Berück¬ sichtigung des Wechselkur¬ ses, tragbare Staatsschulden, steuerliche Entlastung) auf und, infolge seines Pragma¬ tismus, immer auch einige widersprüchliche Ingredien¬ zien. So waren die Bundesdefi¬ zite während dieser Periode mehrfach jenseits des Tolera- blen, konnten aber in einigen Anläufen immer wieder re¬ duziert werden. Und die steu¬ erliche Entlastung, so be- 1,2 Mit Papier (Bild 1 Papierfa¬ brik) und Stahl (Bild 2 Stahlbau) lädt sich trotz Abwertung bei wichtigen Konkurrenten gut ver¬ dienen 3 Der größte Teil der österreichi¬ schen AutoZulieferindustrie ver¬ fügt mittlerweile Uber so über¬ zeugendes Know-how, dafi er die Autowerke von Opami in Japan über Stuttgart und Sara¬ gossa bis nach Säo Paulo täglich just-in-time beliefert (im Bild General Motors) Schweden, Spanien und Belgien ihre Budgetdefizite um nur einen halben Prozentpunkt des BIP jährlich reduzie¬ ren, um ebenfalls qualifiziert zu sein. Verbleiben noch Portugal, Italien, Griechenland und Österreich. Dort sei¬ en freilich beträchtlich größere Anstren¬ gungen erforderlich. Auch wer alle möglichen Zweifel an derWeisheit des Konvergenzprozesses in der vereinbarten Form nicht los wird und wer sich außerdem damit beruhigen lassen möchte, daß für die Einreihung Österreichs in die letzte Gruppe das for¬ male Kriterium maßgeblich gewesen sei, daß für 1996 noch kein verbindlicher Budgetplan vorliegt: Tatsache ist, daß Österreich bis vor kurzer Zeit in der er¬ sten und nicht in der vierten der hier un¬ terschiedenen Gruppen von Kandidaten erwartet worden wäre. Wir sollten uns zunächst vor Augen halten, was aufdem Spiel steht. Aufdem Spiel steht nicht nur jenes wirtschaftspo¬ litische Konzept der letzten zwei Jahr¬ zehnte, das maßgeblich zum Aufholpro- grüßenswert sie war, um die Standort¬ qualität Österreichs zu erhalten oder zu verbessern, war sicher nicht konsistent mit gleichzeitig erfolgenden Ausweitun¬ gen des Sozialsystems. Widerspruch Unter der Oberfläche waren noch ei¬ nige andere Widersprüche, die bei eini¬ ger unbequemerAnstrengung oder auch schon mit freiem Auge erkennbar gewe¬ sen wären, nicht nachhaltig genug auf¬ geklärt worden. Hier meine ich den 2/96 arbcil wirfsrhuft 19