Rahmen staatlicher Aufgaben breiten Raum lässt und bekennt sich zum erfolgreichen System der gesetzlichen Interessenvertretung und zur staatlichen Sozialversicherung mit dem Prinzip der Selbstverwaltung. Der ÖGB bekennt sich zum Sys¬ tem einer sozialen Marktwirtschaft, in der der Staat als politisch regulie¬ rende Kraft auftritt; zu einer Markt¬ wirtschaft, in der starke Gewerkschaf¬ ten als ausgleichender Faktor kompe¬ tenten, gemeinwohlorientierten Arbeit¬ geberorganisationen gegenübertreten wollen. Strategien und Maßnahmen Interessenvertretung im Betrieb und gegenüber Dienstgeber(organisa- 0 tionen) Die veränderten Rahmenbedingun¬ gen fuhren dazu, dass traditionelle Inte¬ ressenvertretungsmethoden und auch der Streik als Kampfmittel in manchen Fällen an Wirksamkeit verlieren kön¬ nen. Neue, zusätzliche Formen der In¬ teressendurchsetzung, wie Kampagnen, Aktionismus, Konsumentenstreiks oder Lobbying, bekommen grundlegende Bedeutung. Gründliche Umfeldanaly¬ sen (Eigentümerlage, Abnehmer der Produkte, Firmenimage, Entwicklungs¬ ziele ...) führen zu neuen Aktionsmög¬ lichkeiten. Dabei sind auch neue Formen der In¬ formationsbeschaffung und -Verteilung von grundlegender Bedeutung (z. B. In¬ ternet als Datenquelle, E-Mail als Kom¬ munikationsnetzwerk zwischen Akteu¬ ren der Gewerkschaftsbewegung, Fax auf Abruf, SMS-Nachrichten, lokales Radio ...). Die Gewerkschaftsbewegung 1 hat entsprechende Infrastrukturen für I diese neuen Kommunikationsmöglich- f keiten zu fördern bzw. selbst welche zu schaffen. Besondere Bedeutung für die Inte¬ ressendurchsetzung gegenüber den Dienstgebern und ihren Organisationen kommt der Frage des Imagebildes von Firmen und Konzernen zu. Durch Werbung und Marketing von Firmen dargestelltes Image ist für die Durch¬ setzung von Interessen zu nutzen, in dem der Wahrheitsgehalt der Aus¬ sagen öffentlich geprüft und dargestellt wird. Die Arbeitswelt wird immer rauer und härter. Zitat: »Das heißt, auch der ÖGB und seine Gewerk¬ schaften müssen bei vielen Akti¬ vitäten schärfer und härter agie¬ ren. Bei groben Verletzungen im Arbeitsrecht müs¬ sen die Gewerk¬ schaften und der ÖGB dies ver¬ stärkt aufzei¬ gen. Es sollen die Firmen und die Verantwortli¬ chen bewusst in der Öffentlich¬ keit benannt wer¬ den. « Interessenvertretung gegenüber und in Institutionen Die effiziente Vertretung von Arbeit¬ nehmerinteressen gegenüber und in In¬ stitutionen ist und bleibt eine der Hauptaufgaben der Arbeitnehmerver¬ tretung. Besondere Aufmerksamkeit widmet der ÖGB daher der Mitwirkung seiner Fraktionen und damit der Wahrneh¬ mung und Sicherstellung der Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitneh¬ mer im Rahmen der Bundesarbeitskam¬ mer sowie der Arbeiterkammern der Länder. Arbeitnehmerinteressen sind unverzichtbar. Besonders hinsichtlich der Nominierungsrechte in die Selbst¬ verwaltungskörper der Sozialversiche¬ rung, des Arbeitsmarktservice und der Laienrichter in die Sozialgerichte ist die aktive Mitwirkung in der Arbeiterkam¬ mer und die Kooperation mit der Arbei¬ terkammer von zentraler Bedeutung. Der ÖGB unterstützt daher die Bestre¬ bungen seiner Fraktionen, bei AK- Wahlen Vertreter in der AK-Vollver¬ sammlung sowie in den weiteren Gremi¬ en der Arbeiterkammern als Verantwor¬ tungsträger zu verankern. Interessenvertretung gegenüber und in der Gesetzgebung Der ÖGB bekennt sich zur aktiven Teilnahme am politischen Prozess mit dem Ziel, die Interessen der Arbeitneh¬ mer wirksam zu vertreten. Er sucht zu diesem Zweck Kooperationen mit Ver¬ tretern jener Organisationen, die für die erfolgreiche Durchsetzung ihrer Politik vorteilhaft oder unerlässlich sind. Ko¬ operationsbemühungen gibt es daher mit den Arbeiterkammern und den de¬ mokratischen Parteien. Soziale Bewe¬ gungen, Initiativen, Organisationen können darüber hinaus punktuell neue Bündnispartner sein, wenn es darum 55 m IT 1 \ - *> =ssPIM "v-r; ,V:>- »Arbeit ist Quelle der sozialen Sicherheit, des Wohlstandes und Motor allen Fortschritts...« 12 nrix-il wftrtsrbaft 10/99