ÖGB-KONGRESS geht, eine breite Basis zur Durchsetzung von Zielen zu schaffen. Im Vordergrund steht die Zusam¬ menarbeit mit den anerkannten Fraktio¬ nen im ÖGB, die an der Formulierung der Politik des ÖGB wesentlich mitwir¬ ken und über die unter anderem die Ko¬ operation mit den politischen Parteien als Träger der parlamentarischen Demo¬ kratie (Lobbying) erfolgt. Aus einem grundsätzlichen Bekennt¬ nis zur parlamentarischen Demokratie und zur Erweiterung ihrer Einflussmög¬ lichkeiten unterstützt der ÖGB die akti¬ ve Mitarbeit von Mitgliedern, Funk¬ tionären und Beschäftigten in politi¬ schen Parteien sowie Bestrebungen der Fraktionen, Vertreter in den gesetzge¬ benden Körperschaften des Bundes und der Länder zu verankern. -Ar / SB / »Arbeit und Leistung sind Säulen der Identität des Menschen...« Immer mehr Entscheidungen mit di¬ rekten Konsequenzen für österreichi¬ sche Arbeitnehmer fallen im supranatio¬ nalen Bereich. Der ÖGB als moderne Interessenver¬ tretung entspricht dieser neuen Realität und beteiligt sich aktiv an der Entwick¬ lung eines internationalen (europäi¬ schen und globalen) gewerkschaftlichen Selbstverständnisses politischer Strategi¬ en und organisatorischer Instrumentari- Modernisierung der Organisation Leistungsangebote für Mitglieder In Ubereinstimmung mit den Ziel¬ setzungen des ÖGB und seiner Gewerk¬ schaften für das dritte Jahrtausend ist das Leistungsangebot den Ansprüchen der Zukunft anzupassen. Ein attraktives, einheitliches, übersichtliches, transpa¬ rentes und flächendeckendes Grund¬ leistungsangebot ist zu schaffen; darüber hinaus sollen zielgruppenorientierte Leistungen angeboten werden. Der ÖGB und die Gewerkschaften sollen ihre Serviceleistungen im Hinblick auf effiziente Kernaktivitäten nach einheit¬ lichen Kriterien evaluieren. Dieses Grundleistungsangebot hat positive Auswirkungen auf Mitglieder und soll für potenzielle Mitglieder in schwer zu organisierenden Bereichen Anreize bieten, Mitglied zu werden. Die Solidaritätsversicherung ist den modernen Gegebenheiten anzupassen. Ein verbesserter Vorschlag sollte beim ÖGB-Kongress beschlossen werden, wobei zwei Schwerpunkte gesetzt werden sollen: mehr Leistungen bei Invalidität und ein attraktives Spitalsgeld bereits ab dem ersten Tag. Attraktive Optionen, gegen zusätz¬ liche Prämien, eventuell auch für Familienmitglieder, die über die Grundversicherung hinausgehen, sind zu entwickeln (z. B. für Berufshaft¬ pflicht). Mitgliedsbeitrag Die Grundsatzbeschlüsse der Bun¬ deskongresse zum Mitgliedsbeitrag blei¬ ben aufrecht. Der Bundesvorstand soll beauftragt werden, eine aus ehrenamt¬ lichen Funktionärinnen und Funk¬ tionären und hauptberuflichen Exper¬ ten sowie den Finanzverantwortlichen aller Gewerkschaften bestehende Ar¬ beitsgruppe einzusetzen, die bis 31. 12. 2000 einen Vorschlag zur Neugestal¬ tung des Mitgliedsbeitrages im Hinblick auf Einheitlichkeit, Fragen des Finanz¬ ausgleiches, des Leistungspaketes und der Akzeptanz erarbeiten soll. Ein kon¬ kreter Umsetzungsvorschlag unter Be¬ achtung des Solidaritätsprinzips soll er¬ stellt werden. Mitgliederbetreuung Eine modernisierte Gewerkschaft muss ihren Mitgliedern vielfältige und unterschiedliche Modelle der Partizipa¬ tion anbieten, wobei insbesondere die neuen Technologien genutzt werden sollen. Der ÖGB und seine Gewerk¬ schaften müssen ihr Kommunikations¬ system so ausbauen, dass Mitgliedern ein Zugang zu neuen Medien (Internet) und damit eine professionelle Kommu¬ nikation gewährleistet wird. Mitglieder in Betrieben ohne Be¬ triebsrat oder Personalvertreter müssen von den Gewerkschaften direkt betreut werden. Jedes Mitglied soll bei einem Kontakt mit der Gewerkschaft merken, dass die Gewerkschaft gerne mit einzel¬ nen Mitgliedern in Kontakt kommt. Es darf keine »amtliche« Abfertigung ge¬ ben. Auf Grundlage der Betreuungskapa¬ zitäten und der Betreuungskonzepte der Gewerkschaften sind die Beratungs¬ und Betreuungskonzepte des ÖGB auf Landes- und Bezirksebene zu verstärken. Entsprechend diesen weiterentwickelten Betreuungskonzepten sind die Sekretäre und die Mitarbeiter des ÖGB und der Gewerkschaften durch geeignete Wei¬ terbildungsmaßnahmen auf die neuen Aufgaben vorzubereiten. Kernfunktion der Gewerkschaften bleibt die Vertretung der Arbeitnehmer in den Betrieben durch entsprechende Kollektivvertragspolitik sowie die Absi¬ cherung der Beschäftigten im sozial- und wirtschaftspolitischen Bereich. Ziel ist es, für alle Arbeitnehmer attraktiv zu sein, auch für diejenigen, die den Ge¬ werkschaften bislang abwartend und skeptisch begegnen. Betriebsräte, Personalvertreter, Ju¬ gendvertrauensräte, Behindertenver¬ trauenspersonen und andere gewerk¬ schaftliche Aktivisten sind und bleiben Fundament und Stützpunkt der Ge¬ werkschaftsbewegung. Die Betreuung dieser Personengruppen durch die Ge¬ werkschaften ist daher laufend zu eva¬ luieren und deren Wünschen und den Anforderungen anzupassen. Der ÖGB fordert umfassende Verbesserungen der rechtlichen Absicherung aller Arbeit¬ nehmervertreter. Klein- und Mittelbetriebe Angesichts eines denkbaren Szenari¬ os, dass die Gewerkschaften in nicht sehr ferner Zukunft immer weniger den zentralen Großbetrieben mit in vieler Hinsicht geregelten Verhältnissen, son- 10/99 arlich .wtrtsehaft 13