WIRTSCHAFT Grafik 3: Gewinnausschüttungen Industrie in % der Betriebsleistung 1997 1998 1999 2000 2001 HGRAFIK Grafik 2: 125 120 115 110 105 Personalaufwand / Produktivität Industrie Indexrechnung 1997 = 100 mtMB Produktivität ordentlicher Personalaufwand pro Beschäftigten 100 1997 1998 1999 2000 2001 «GRAFIK Bei den analysierten Handelsunternehmen stieg die Produktivität in diesen In der Industrie haben sich die Gewinnausschüttungen im Verhältnis zur fünf Jahren (+20,1 Prozent) ebenfalls relativ stärker als der Personalauf- Betriebsleistung im Fünfjahreszeitraum mehr als verdoppelt (von 2,5 wand pro Beschäftigten (+11,5 Prozent). Prozent im Jahr 1997 auf den Wert von 5,2 Prozent im Jahr 2001). Im Handel steigt der Jahresüber- schuss im Verhältnis zur Be¬ triebsleistung im Fünijahreszeitraum um einen Prozentpunkt von 1,1 Pro¬ zent (1997) auf den Wert von 2,1 Prozent (2001). Mit einer Ausnahme (2000) wurden jährlich Steigerungen des Jahresüberschusses erwirtschaf¬ tet. Verbesserung der Eigenkapitalausstattung Die Eigenkapitalausstattung konn¬ te trotz ansteigender Ausschüttungs¬ quote (vor allem in der Industrie) bei deutlichen Einsparungen im Perso¬ nalbereich im Fünfjahreszeitraum verbessert werden. Die Eigenkapital¬ quote steigt in der Industrie von 38,7 Prozent (1997) auf einen Wert von 40,2 Prozent (2001) an. Mit Ausnah¬ me des letzten Jahres konnte die Ei¬ genkapitalquote jährlich erhöht wer¬ den. Im Handel steigt die Eigenkapital¬ quote von 26,6 Prozent (1997) auf den Wert von 31,5 Prozent (2001). Mit einer Ausnahme (2000) konnte die Eigenkapitalquote jährlich er¬ höht werden. Zusammengefasst kann eine deut¬ liche Umverteilung vom Arbeits- zum Kapitaleinkommen festgestellt werden. Massiv fallen die Ein¬ sparungen im Industriebereich aus: Rückgang des Beschäftigtenstandes - Rückgang des Personalaufwands in Prozent der Betriebsleistung Zurückbleiben des Personalauf¬ wands im Verhältnis zur Produkti¬ vität - Rückgang des anteilsmäßigen Arbeitseinkommens an der Wert¬ schöpfung und Umverteilung zum Unternehmenseinkommen - Anstieg der Gewinnausschüttungen - Zu¬ wachs der Gewinne - Verbesserung der Eigenkapitalausstattung. Wenn sich aufgrund dieser Ent¬ wicklung manche Unternehmen bzw. deren Eigentümer und Eigentü¬ merinnen gewissermaßen die Hände reiben, so sollte beachtet werden, dass dies entsprechende Rückwir¬ kungen auf dieselben Unternehmen hat. Bleibt die Einkommensentwick¬ lung der Beschäftigten hinter der Produktivitätsentwicklung längere Zeit zurück, müssen entsprechende Konsequenzen auf die Völkswirt¬ schaft berücksichtigt werden. Die Beschäftigten können sich verhältnismäßig immer weniger leisten. Der private Konsum lässt nach. Die Unternehmungen reagie¬ ren darauf mit einer zurückhalten¬ den Investitionspolitik, sodass das Bruttoinlandsprodukt kaum noch wächst. Ein schwächeres BIP- Wachstum hat also auch hausge¬ machte Ursachen. Der durch diese Umverteilung verstärkte Profitzuwachs dürfte weit weniger in den privaten Konsum fließen, als dies ein deutlicher Zu¬ wachs der Löhne und Gehälter be¬ wirken könnte. Ob eine Zunahme von Finanzspekulationen ähnliche Auswirkungen auf das Wirtschafts¬ wachstum hat wie ein entsprechen¬ der Zuwachs des privaten Konsums, müssen entsprechende Konsequen¬ zen auf die Volkswirtschaft berück¬ sichtigt werden. Offenbar ist nicht nur die Entwicklung der österreichischen Exporte mitverantwortlich dafür, dass privater Konsum und Brut¬ toinlandsprodukt im Inland nachlas¬ sen. Der größte »Sack Profit« kann auch wertlos werden! Alfred Kraus ist Leiter der Abteilung Betriebswirtschaft der AK Wien 1/2003 iirix*! wirtsditilt 11